LEHRE

blicke.
Einführende Vorlesung in die Fachdidaktik Bildende Kunst + Lernbereich Bildende Kunst, Universität Hamburg (SoSe 2018)

Die Konstitution von Bildern ist an Blicke geknüpft, die mehr und anderes sind als Sehstrahlen. Blicke initiieren das Sehen. Indem sie einen Blickwechsel in Gang setzen, eröffnen sie ein elementares Zusammenspiel zwischen Bildern und Subjekten. Diese sich wechselseitig belebende und entziehende Kraft, die durch Bilder hindurch ihre Wirkung entfaltet und über die wir kaum verfügen können, soll zum Thema der diesjährigen Ringvorlesung werden:
Wie werden Bilder zu Blickfängern? Inwiefern hängen Bildwerdung und Sozialität zusammen? Welche Blickerfahrungen sind uns zugänglich? Wie hemmen oder motivieren Blicke unser Sehen? Wie verändern Blicke bisherige Sichten? Was bedeutet es beispielsweise zurückzublicken oder wegzublicken? Von woher lässt sich ein Überblicken, Ausblicken, Einblicken oder Rückblicken denken?
In der Ringvorlesung werden verschiedene kunstpädagogische Positionen ihr Verständnis des Begriffs aus unterschiedlichen Handlungsfeldern zur Diskussion stellen.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit Prof. Dr. Andrea Sabisch

resonanz.
Werkstattseminar Lernbereich Bildende Kunst, Universität Hamburg (SoSe 2018)
Als Begriff, Denkfigur und künstlerischer Impuls verweist »Resonanz« auf Frequenzen und Rhythmen, auf Widerhall, Nachklang oder Echos. Von ästhetischen wie auch sozialen Prozessen und Relationen ausgehend, zeigen sich Dynamiken, die – etwa zwischen Ansprache und Anspruch, Anerkennung und Beachtung – dialogische Verhältnisse in Schwingung bringen.
Gehen wir von einem dezentrierten Subjekt aus, geraten eigene Verwobenheiten in grössere Zusammenhänge: Wovon werden wir in Schwingung versetzt, angeregt, angezogen oder auch abgestossen, gestört und irritiert? Welche Resonanzräume umgeben oder bewegen uns und wie antworten wir darauf? Wie treten wir in Resonanz und erfahren diese?

Eine gemeinsame Veranstaltung mit Nadia Bader

relations.
Seminar Lernbereich Bildende Kunst, Universität Hamburg (WiSe 2017/18)
Als Beziehungen, Zusammenhänge, Verhältnisse und Verbindungen verstanden, werden ‚relations’ zu einer interessanten und wichtigen Denkfigur kunstpädagogischer Theorie und Praxis und können als Grundbedingung für Bildungsprozesse gesehen werden. Im Seminar wollen wir Bedingungen, Bedeutungen und Ausformungen für den kunstpädagogischen Diskurs erarbeiten: Welche Formen und Formate eines ‚Zwischen’ erzeugen Relationen im Kontext von Kunstpädagogik? Wie können wir Möglichkeitsräume von Kunstpädagogik anhand von sozialen oder auch materialen Beziehungen erschließen? Welche Potentiale bilden künstlerische INTERventionen als Mittler, Vermittler oder Erzeuger von Leerstellen?

per|ma|te|ri|anz, die
Konzepte und Strategien der Ästhetischen Bildung
Seminar im Fach ‚Kunst im Sozialen: Kunsttherapie und Kunstpädagogik‘ Hochschule für Kunst im Sozialen Ottersberg (SoSe 2017)
In den Diskursen um Bildlichkeit und Bildung haben die Begriffe der Performanz und Performativität eine zentrale Rolle eingenommen. In Bildung vor Bildern fragt Karl-Josef Pazzini: »Warum spricht man eigentlich nie von ›Permaterianz‹? […] Bildung geht doch auch durch die Materie hindurch.« (Pazzini 2015: 24) Damit wird der Fokus auf die spezifischen Materialitäten künstlerischer Produktions- und Rezeptionsprozesse gelenkt, die im Seminar in Theorie und praktischer Erprobung behandelt werden.

http://www.hks-ottersberg.de
Eine gemeinsame Veranstaltung mit Ole Wollberg.

reflexion.
Einführende Vorlesung in die Fachdidaktik Bildende Kunst + Lernbereich Bildende Kunst, Universität Hamburg (SoSe 2017)
Reflexion ist mehr als sprachlich gezähmtes Nachdenken. Reflexion knüpft an die Sinne, an Medien und Subjekte an und verweist auf die Grenzen des Verstehens und des Bewusstseins. Reflexion bezeichnet sowohl eine Praxis (vgl. Mersch 2015) als auch eine Form des Nachsinnens. Je nachdem, wie und in welchem Medium wir reflektieren, wird anderes zum Gegenstand. Und je nachdem, was wir thematisieren, werden andere Weisen der Reflexion erforderlich. Gerade in pädagogischen Kontexten wird der Begriff der Reflexion oftmals als Ziel der Auseinandersetzung verstanden. Aber worin besteht die Praxis des Reflektierens im kunstpädagogischer Forschung und Lehre? Welche Formate, Settings und Intiativen lassen sich ausgehend vom Ästhetischen denken? Wie unterscheidet sich ein Reflektieren durch Experimentieren, von einem Reflektieren durch Sichtung, Ordnung und Gewichtung im Visuellen? Reflektieren wir anders, wenn wir unterrichten, als wenn wir kuratieren, publizieren oder kollaborieren? Welches sind Formen der Rahmung, der Kommentierung, der Überarbeitung und der Rückmeldung? Wie ist der zeitliche und räumliche Abstand von Reflektiertem und Reflektierendem zu denken? Welche Traditionen des Reflektierens haben sich in der Kunstpädagogik herausgebildet?

Eine gemeinsame Veranstaltung mit Prof. Dr. Andrea Sabisch

…than we can tell.
Konzepte und Strategien der Ästhetischen Bildung
Seminar im Fach ‚Kunst im Sozialen: Kunsttherapie und Kunstpädagogik‘ Hochschule für Kunst im Sozialen Ottersberg (WiSe 2016/17)
Ausgehend von den thematischen Schwerpunkten der ‚Bilderfahrung‘ und des ‚impliziten Wissens in ästhetischen Praktiken‘ sollen theoretische und praxisbezogene Aspekte ästhetischer Bildung erarbeitet und gemeinsam reflektiert werden.

http://www.hks-ottersberg.de
Eine gemeinsame Veranstaltung mit Ole Wollberg.

frames. 
Seminar Lernbereich Bildende Kunst, Universität Hamburg (WiSe 2016/17)
Rahmungen als Handlungsräume, Orientierungen, Ordnungen, Kontraste, Differenzen, Positionen oder Settings verstanden bringen etwas hervor, das sich als Gerahmtes erst durch und mit der Rahmung selbst bildet. Vexierende Blicke zwischen dem Rahmenden und dem Gerahmten verweisen auf die Verwobenheiten zwischen beiden und eröffnen als Modell verstanden einen spannenden Transfer auf kunstpädagogische Theorie und Praxis.
Rahmungen als Moment des Ein- und Zuordnens und in diesem Sinne als rahmensetzend, verweisen auf deren orientierendes wie ordnendes Potential. Rahmenverschiebungen schließen zugleich Neues ein und Anderes wieder aus und verdeutlichen damit ein Rahmungen inhärentes Differenzmoment.
Während uns das Visuelle im Blickfeld umgrenzt widerfährt, erzeugt sich mit der Identifikation von Bildlichkeit eine weitere Rahmung, welche das Bildliche erst konstituiert. In Bezug auf Theorie lässt sich von verschiedenen theoretischen Rahmungen in Form von Diskursen sprechen, oder von Positionen, verstanden als Haltungen. In der Praxis treten Rahmungen auch anhand von Settings, Aufgaben oder Material hervor und eröffnen Handlungs- und Denkräume.
Unter dem Titel ‚frames’ wollen wir im Seminar anhand der Figur der Rahmung deren Bedeutungen und Ausformungen für den kunstpädagogischen Diskurs erarbeiten und darüber eine erste Verständigung über die Aufgaben und Gegenstände des Lernbereichs Bildende Kunst und der Kunstpädagogik ermöglichen.

visual gap.
Werkstattseminar Lernbereich Bildende Kunst, Universität Hamburg (SoSe 2016) 
Sichtbares und Unsichtbares zeigen sich als changierende Pole einer Beschäftigung mit dem Visuellen – mit Visueller Bildung. Zwischen dem, was sich zeigt und dem, was sich nicht zeigt eröffnen sich Potentiale für einen produktiven, ästhetischen und auch bildenden Spalt, der als Animation, Serielles oder Leerstelle an uns herantritt. Das Seminar beschäftigt sich aus kunstpädagogischer Perspektive mit sich daraus ergebenen Fragestellungen, Spielräumen und Darstellungsebenen. Eine Verschränkung aus analogen und digitalen Visualisierungen wird zur Folie einer medienspezifischen Reflexion. Übungen zu Bildzwischenräumen und Experimente zu antiillustrativen, antikonventionellen Darstellungsformen bieten Raum für eine Auseinandersetzung mit Fragen des Zeigens und Nicht-Zeigens. Es sind Exkursionen in der Stadt und in die Hamburger Kunsthalle geplant, die Anknüpfung an dokumentarische und performative künstlerische Strategien bieten.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit Prof. Dr. Andrea Sabisch

zeigen.
Einführende Vorlesung in die Fachdidaktik Bildende Kunst + Lernbereich Bildende Kunst, Universität Hamburg (SoSe 2016) 
Über die Dimension des Zeigens als präsenzbasierte visuelle Praxis ist in den letzten Jahren viel geschrieben worden. Die wissenschaftliche und philosophische Auseinandersetzung mit bildlichen Darstellungsformen markiert gegenwärtig eine »Ausweitung der Perspektive« auf andere als sprachliche Sinnerzeugungsweisen (vgl. Beck / Göppelsröder 2014, 10). Gleichwohl gibt es Modi des Zeigens auch innerhalb sprachlicher Kontexte, von deiktischen Verweisungen bis hin zur Ausstellung der Schrift.
Neben den medial tradierten und präfigurierten Modi des Zeigens werden in Lehre und Forschung auch diverse Praktiken des Zeigens kultiviert. Wann werden sie wirksam? Wie hängen Zeigen und Lehren / Vermittlung zusammen? Wie sind die Relationen von Sagen und Zeigen zu denken? Inwiefern grundiert das Zeigen soziale Verständigungsprozesse? Welchen Erkenntnisanspruch hat das Zeigen im Rahmen des Ästhetischen (vgl. Mersch 2015)? Welche medien- und kunstpädagogischen Konzeptionen setzen sich mit dem Zeigen auseinander?

Eine gemeinsame Veranstaltung mit Prof. Dr. Andrea Sabisch und Ole Wollberg

visual native. 
Seminar Lernbereich Bildende Kunst, Universität Hamburg (WiSe 2015/16)
Das Visuelle, zum Sehen gehörend, mag im Alltagskontext kaum Fremdheit zeigen. Befragen wir den Begriff des Visuellen, kommen wir unserem Grundverständnis näher, mit dem wir Visualität begegnen. Fragen wir weiter nach den Grenzen und Extensitätsradien des Visuellen, oder nach einem Wie von visuellen Erfahrungen, gerät ins Wanken, was uns zunächst vertraut erschien. Unter der Begriffskonstruktion ‚visual native’, die an den 2001 von Marc Prensky geprägten Begriff des ‚digital native’ angelehnt ist, beabsichtigt das Seminar ausgehend von der Figur des Visuellen eine erste Verständigung über die Aufgaben und Gegenstände des Lernbereichs Bildende Kunst und der Kunstpädagogik zu ermöglichen. Die Visuelle Bildung, deren inhaltliche Konzeption und Weiterentwicklung seit 2013 im Arbeitsbereich vorangetrieben wird, stellt einen wichtigen Ausgangspunkt für das Seminar dar. Figuren wie Aufmerksamkeit, Affizierung und Intuition zeigen sich als Momente, anhand derer wir uns exemplarisch mit Wirkungen und Potentialen des Visuellen und der Spezialform des Visuellen, dem Bildlichen, beschäftigen wollen.

bild und bewegung. 
Werkstattseminar Lernbereich Bildende Kunst, Universität Hamburg (SoSe 2015)
Was ist ein Bild? Wie erscheinen Bilder? Welche Darstellungsmodi des Bildes lassen sich im Bezug zur Bewegung denken? Wie verorten sich Bild, Betrachter und Bewegung zu- und miteinander? Welche Ebenen der Zeitlichkeit werden spürbar? Lässt sich von einer Bewegungsillusion des Bildes sprechen? Das Seminar bietet die Möglichkeit in gemeinsamen praktischen Übungen und theoretischen Anbindungen zu Bild und Bewegung diesen und weiteren Fragen nachzuspüren. Anhand von Bildexperimenten können gewohnte Sichtweisen und der alltägliche Umgang mit Bildern aufgebrochen werden. In der Entwicklung eigener künstlerischer Projekte sollen die Teilnehmenden das Spannungsgefüge zwischen Bild und Bewegung aufspüren und befragen.

diskursiv.
Einführung in die Fachdidaktik Bildende Kunst, Universität Hamburg (SoSe 2015)
Kontroverse Sichtweisen, ein Gedankenaustausch, ein hin und her gehendes Gespräch, eine Auseinandersetzung mit den eigenen, wie mit den fremden Fragestellungen: Das Seminar zur Einführung in die Fachdidaktik Bildende Kunst möchte exemplarisch Diskurse der Kunstpädagogik beleuchten und diese reflektieren. Der Fokus liegt auf den Diskursen zur Ästhetischen Forschung, Künstlerischen Forschung, Artistic Research, Künstlerischen Feldforschung, Kunstorientierung der Kunstpädagogik, Kunst der Spurensicherung und weiteren Spannungsfeldern zwischen Kunst, Pädagogik und Wissenschaft. Dabei soll es neben den inhaltlichen Dimensionen der Diskurse auch darum gehen, wo Diskurse sichtbar werden und von wem die Diskurse aus welcher Perspektive geführt werden.