VORTRAG // Sich einspiegelnde Bilder – Bildlichkeit reflektieren als Moment visueller Bildung

Vortrag im Rahmen der Tagung ‚The Layered Image. Its Phenomena and Constructions in Ancient Art‘, Institut für Klassische Archäologie, Universität Hamburg, 24. März 2020.

Wie gelingt es Bildern, durch ihre Bildlichkeit etwas wahrnehmbar zu machen, etwas ins Zeigen zu bringen, und wie gelingt es ihnen, dass wir sie als Bilder erfahren, wahrnehmen, identifizieren, gebrauchen und verstehen? Ein zentraler Aspekt aus Perspektive visueller Bildung ist die Reflexion von Bilderfahrung. Neben den in Handlungen und Praktiken symptomatisch werdenden Umgangs- und Wahrnehmungsweisen in Bilderfahrungen zeigen sich bildtheoretische Reflexionen über Bedingungen von Bildlichkeit als Nahtstellen produktiver Ungewissheit: Was Bilder sind und was Bildlichkeit ist – oder anders gefragt: wann und unter welchen Bedingungen etwas als bildlich betrachtet wird – betrifft ein Einsetzen bildlicher Phänomene, deren Erscheinen. Eine Phänomenologie des Ikonischen, wie Emmanuel Alloa beschreibt, setzt daher früher an, als bei der reinen Sichtbarkeit (Alloa 2011, 272). Mit dem Gedanken einer „pervasiven Bildlichkeit“ (Waldenfels 2004, 206) verdeutlicht sich, dass ein fluktuierendes Feld des Ikonischen, in dem das Bildliche Spiel hat, ein Auf- und Abtreten im Horizont unserer Erfahrung betrifft. An visuellen Beispielen eines sich einspiegelnden Bildwerdens will ich über Weisen einer Mediatisierung sprechen, die Betrachter*innen als Ko-Konstrukteure des Bildlichen in den Blick nimmt und für eine Bilderfahrung sensibilisiert, die sich Bildlichkeit ausgehend vom Zwischen widmet.

Literatur:
E. Alloa, Das durchscheinende Bild. Konturen einer medialen Phänomenologie (Zürich 2011).
B. Waldenfels, Phänomenologie der Aufmerksamkeit (Frankfurt am Main 2004).